Cortisol und das Leben im Hamsterrad

Fühlen Sie sich in der letzten Zeit wie im Hamsterrad? Die Gedanken kommen kaum zur Ruhe, auch wenn Sie müde sind? Durchatmen ist nicht mehr möglich? Eventuell sind Sie in ein Cortisol-Hamsterrad geraten.

Was meine ich mit dem Cortisol-Hamsterrad?

Die letzten Tage und Wochen, vielleicht sogar Monate fühlen Sie sich wie im Hamsterrad. Sie kommen in ihrem Alltag nicht wirklich voran, aber auch nicht wirklich zur Ruhe. Immer ist was zu tun, alles erfordert Ihre Aufmerksamkeit. Selbst wenn Sie abends ruhig im Bett liegen, kreisen  die Gedanken: „Was steht noch an? Was muss ich einkaufen“ etc. Es nicmmt einfach kein Ende. Sie laufen nur noch mit Tunnelblick durch die Gegend, schauen nicht mehr nach rechts und nicht nach links.Jegliche Veränderung des Tagesablaufs bringt Sie an die Decke.
So geht es übrigens oft Frauen in der ersten Zeit nach der Geburt ihres Kindes. Auch sie geradetn in das Cortisol-Hamsterrad. Die hormonellen Veränderungen hinter dieser Stimmung werden von Nahestehenden aber immer wieder unterschätzt.
Es ist klar, dass der Stress der letzten Wochen und Monate für diesen Zustand verantwortlich ist. Es kann aber sein, dasss sich die Stressbelastung inzwischen in ihrem Körper verselbstständigt hat. Die Anspannung sitzt inzwischen auf der chemischen Ebene im Körper drin und lässt sich selbst in ruhigen Momenten nicht abschütteln. Schuld daran, ist das Hormon Cortisol, deswegen spreche ich vom Cortisol-Hamsterrad.

Wir nehmen das Hormon etwas genauer unter die Lupe. Was macht eigentlich Cortisol mit unserem Körper?

Viele wissen, dass es irgendwie mit dem Stress zu tun hat.
Stresshormon also?

Ich würde Cortisol viel lieber das Hormon der Lebenskraft bezeichnen.

Es ist an sehr vielen Vorgängen in unserem Körper beteiligt, Es spielt beim Immunsystem, Muskeltonus, Stoffwechsel, Atemwegen und vielen anderen Bereichen mit. Unter dem Strich können wir sagen, dass Cortisol überall da aktiv ist, wo die Energie für die alltäglichen Aktivitäten bereitgestellt wird.
Das gilt für die körperliche Energie in Form von Blutzucker und Blutfetten genauso, wie für die mentale Energie.
Das ist die Energie zum Durchhalten. Während uns Adrenalin dazu anstiftet, sofort und heftig zu reagieren, alles zu geben, sich um jeden Preis sofort an der Stelle durchzusetzen, ist

… Cortisol für das  konsequente fortschreitende Handeln verantwortlich.

Kortisol sorgt dafür, dass wir nicht aufgeben, immer wieter nach Lösungen suchen. Er hilft uns, auch dann noch einen Fuß vor den Anderen zu setzen, wenn die Lust am Laufen und der Glaube  an eine Belohnung sich schon längst verflüchtigt haben. Er zwingt immerwährend nach Lösungen zu suchen und die Abläufe zu optimieren.
Erinnert es Sie an etwas? Genau!

Kreisende Gedanken, die einen beim Einschlafen heimsuchen, gehören auch zum Cortisol-Hamsterrad.

Wir können tausend Mal verstehen, dass nun die Entspannung angesagt ist, es ist nicht einfach, sich gegen ein Hormon durchzusetzen. Wie sehr wir auch bemüht sind, uns abzulenken, an das angenehme zu denken, Schafe zu zählen. Das Cortisol-Hamsterrad zwingt uns immer wieder, einen Fuß vor das Andere zu setzen: Die offenen Fragen, Probleme und Ärgernisse werden aufgerollt.
Dazu kommen all die Körpersysteme, die ständig in der Anspannung gehalten werden und eines Tages entgleisen.

Man könnte fast denken, Cortisol ist damit ein ganz großes Problem. So ist es nicht, wir müssen nur zwischen dem Cortisol und dem Cortisol-Hamsterrad unterscheiden.

Nicht der Corisolspiegel ist das Problem, sonden der Tagesrhythmus.

Vielleicht geht es Ihnen genau so, wie vielen meiner Seminarteilnehmer: An dieser Stelle wird gern überlegt, ob man den Cortisolrhythmus irgendiwe messen und senken kann.

Beides ergibt nur selten den Sinn. Cortisol ist ein Tagesrhytmushormon. Im Normalfall hat er solch große Schwankungen im Laufe des Tages, dass eine einmalige Messung nichts bringen würde, deswegen wird es so gut wie nie gemessen.

Cortisol-Tagesrhythmus ist aber auch genau das Geheimnis hinter der Sache. Es geht uns gut, so lange dieser Tagesrhythus da ist.

Der Weg aus dem Cortisol-Hamsterrad beginnt mit den Atempausen

Atempausen im Altag

Im Idealfall versorgt uns ein Cortisol-Hoch am Vormittag mit der Energie für das Vorankommen, während abends die abfallende Kurve das Loslassen und Erholung ermöglicht.

So hilft es uns, im Leben voran zu kommen und eigene Ziele zu erreichen. Gerät dieser Rhythmus durcheinander, so geraten wir in das beschriebene Cortisol-Hamsterrad.

Cortisol-Tagesrhythmus ist aber ein eigenes großes Thema. Mehr dazu finden Sie hier:

Wie die Alltagspannungen in unserem Körper chemisch agieren: Vom Cortisol-Tagesrhythmus

Ich freue mich aber natürlich sehr, wenn Sie abonnieren oder immer wieder vorbeischauen, es kommen noch mehr Geschichten dazu, wie die Hormone unser Leben beeinflussen

Bis zum nächsten Mal

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