Gemeinheit verkraften: Erste Schritte der Selbsthilfe

Unangenehmes Gespräch? Belastendes Erlebnis? Hier nochmals der Plan, wie Sie eine erlebte Gemeinheit  verkraften.

Wenn wir so richtig gemein und unfair behandelt werden, geht das Erlebnis  oft direkt unter die Haut. Egal, ob es im Beruf oder im privaten Leben passierte, finden wir noch eine Weile nicht zur Ruhe. Wir suchen nach Erklärungen, führen innere Dialoge. Selbst im Schlaf kochen die Emotionen weiter.

Woher kommt mein Schreckenstraum?

 

Gerade für solche Fälle sind die Maßnahmen der Selbsthilfe gedacht. Ganz schnell nach dem unangenehmen Erlebnis angewandt, schützen Sie vor Dauerfolgen der Belastung und geben uns die Möglichkeit, bald wieder mit kühlem Kopf an die Sache ranzugehen.


An dieser Stelle muss ich aber warnen: Es geht hier um alltägliche Erlebnisse, nicht um ein Trauma, das unser ganzes Wesen erschüttert. Traumatische Erlebnisse sollen in diesem Format nicht bearbeitet werden


Damit sich die Spannung nicht festsetzt, sollten wir möglichst schnell für die Selbsthilfe sorgen.

Bevor Sie anfangen, nach Lösungen zu suchen, muss die Grundspannung so weit wie möglich abgebaut werden. Sonst steht sie Ihnen im Wege, belastet den Körper und verleitet Sie zu überhitzten Handlungen.

Also reden Sie sich nicht ein, dass Sie erst Lösungen finden, Fronten klären oder nach der Gerechtigkeit suchen müssen. Unternehmen Sie erst etwas für den Spannungsabbau. Alle anderen Schritte werden danach erfolgreicher.

Also…

„Gemeinheit verkraften“ Schritt 1: Nicht rationalisieren! Die Spannung sitzt nicht bei der Logik.

Wenn wir eine Gemeinheit verkraften müssen, plustern wir uns innerlich auf und  greifen greifen dabei auf Recht und Moral zurück-.

Wie konnte er oder sie nur? Was erlaubt sich die Person? Wie ist es möglich? Wir machen uns klar, dass wir uns nichts zu Schulden kommen ließen und unsere Erwartungen völlig berechtigt waren. Oft kommt die eigene moralische Überlegenheit ins Spiel.

Manche stellen sich sogar so weit über dem Anderen, dass sie anfangen ihn zu bemitleiden oder gar überlegen, ob sie der Person verzeihen.

Daher auch das Thema Verzeihen, was wir vor kurzem hatten

Ob wir immer verzeihen müssen?

Es ist noch zu früh für solche Überlegungen!

Der Wunsch, sich innerlich aufzubauen und sich größer zu fühlen als der Angreifer ist völlig verständlich. Das schützt vor dem Gefühl der Hilflosigkeit, trägt aber nichts dazu bei, dass wir die Spannung loswerden. Die Spannung verfestigt sich vielmehr. Wir verharren in den inneren Monologen und Erwägungen.

Wenn Sie sich also bei solchen Monologen erwischen, sagen Sie innerlich „Stopp“ schauen nach außen (und nicht in sich hinein) un gehen Sie zu dem Schritt 2 über

„Gemeinheit verkraften“ Schritt 2: Ablenken und Zentrieren

Ich habe hier in diesem Blog schon einige Techniken vorgestellt, die dafür eingesetzt werden können: Gehen Sie mindestens  30-60 Minuten spazieren. Wenn die Gedanken dabei kreisen, ist es in Ordnung, achten Sie aber darauf, dass ihr Blick nach außen gerichtet ist.

Hier ist nochmals die Technik:

http://leand.de/PsychoLogisch/emdr-trick/

Auch jede andere Ablenkung ist willkommen, die ihren blick nach Außen befördert, insbesondere dann, wenn sie mit der körperlichen Aktivität verbunden ist. Das kann Sport sein oder das Durchsaugen Ihnen Wohnung.

Selbst im Büro findet sich hier und da ein Stapel der Unterlagen, die Sie in einem solchen Fall sortieren können.

Auch graphische Computerspiele wie der alte gute Tetris scheinen die Verarbeitungsprozesse zu unterstützen. Ich kenne diesen Effekt aus eigener Erfahrung un finde diese Ergebnisse deswegen besonders interessant. Aber eigentlich muss ich an dieser Stelle wahrscheinlich sagen – eine Studie ist noch zu wenig, wir sollten weitere Forschung abwarten.

Nutzen Sie diese Aktivitäten bewusst und möglichst rasch nach der Belastung, wenn Sie die Spannung loswerden wollen.

„Gemeinheit verkraften“ Zwischenschritt: Wenn Sie die Gedanken nicht stoppen können.

Sind die inneren Monologe zu aufdringlich?  Wenn die Ablenkung nun definitif nicht greift, können Sie die unten beschriebene Technik nutzen. Sie ist auch im Laufen einsetzbar, dann aber natürlich ohne Stift und Papier.

Stresslöser

Erst jetzt fassen Sie die Erfahrungen und Erlebnisse zusammen

Nun können Sie sich die Erlebnisse von der Seele schreiben oder diese auch mit einer lieben Seele besprechen.

Sollten Sie sich in Rage reden, können Sie nochmals den Stresslöser nutzen

Am Ende rufen Sie das Gefühl der Geborgenheit wach

Wer sind die Menschen, die Sie unterstützen? Was können Sie tun, um sich für eine Weile wohlig und geborgen zu fühlen. Dieser Abschluss ist sehr wichtig, wenn Sie eine erlebte Gemeinheit verkraften müssen.

Kränkungen werden in den Hirnstrukturen verarbeitet, die für seelische Schmerzen und Ausschluss aus der Gruppe stehen.

Das erklärt übrigens auch, warum wir Mobbing so schwer verkraften und dabei auch gesundheitlich kaputt gehen können. Dazu erzähle ich aber mehr in späteren Beiträgen.

An dieser Stelle sage ich nur: Es ist ganz wichtig, diese Strukturen wieder ins Gleichgewicht zu bringen, um auf die Dauer gesund und vital zu bleiben.

Haben Sie einen Hund oder eine Katze? Dann ist deren Zeit gekommen. Haustiere verstehen es wunderbar, die Geborgenheit zu schenken

Kann Katzenschnurren Schmerzen lindern?

 

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