Schmerzverarbeitung bei Mann und Frau

Männer und Frauen verarbeiten Schmerzen unterschiedlich. Hier der experimentelle Beweis dafür.

Quelle: Loren J. Martin, Erinn L., Acland; Chulmin Cho; Erika N. Carlson, Petra Schweinhardt, Jeffrey S. Mogil
(January 2019) Male-Specific Conditioned Pain Hypersensitivity in Mice and Humans. Current Biology Volume 29. Issue 2. P192-201.

Die Theorie des gelernten Schmerzes: In der Arbeit mit chronischen Schmerzen geht man davon aus, dass Menschen Schmerzen „erlernen“ können. Wenn wir häufiger mit den Schmerzen in einem bestimmten Körperbereich konfrontiert werden, so werden wir für diese Schmerzen empfindlicher. Das Schmerzempfinden wird mehr. So kann ein regelrechter Teufelskreis entstehen.

Eine interessante Studie wurde vor kurzem zu diesem Thema durchgeführt. Man experimentierte an Mäusen und dann an Menschen. Kurz zusammengefasst, fügte man Probanden Schmerzen zu und beobachtete am nächsten Tag, ob die Schmerzempfindlichkeit angestiegen ist.

Das Ergebnis: Ja, die Schmerzempfindlichkeit stieg an, aber nur bei Männern und männlichen Mäusen. Frauen und weibliche Mäuse zeigten keinen „gelernten Schmerz“.

Wie kann man es erklären? In den Folgestudien stellte sich heraus, dass es mit dem Hormon Testosteron zusammenhängt. Der „gelernte Schmerz“ trat nur auf, wenn genug Testosteron im Körper vorhanden war.

Das „männlichste aller Hormone“ scheint also ein verstärktes Schmerzgedächtnis und damit die erhöhte Gefahr einer Schmerzchronifizierung mit sich zu bringen. Das hätte man so eigentlich gar nicht vermutet oder doch?

Die Schmerzverarbeitung im Körper ist also typenabhängig. Mit dieser und einigen anderen Studien, die in die gleiche Richtung weisen, trennen wir uns immer mehr von der mechanischen Auffassung „Schmerz ist Schmerz“.

Mit dieser und vielen anderen Studien gehen wir langsam von dem mechanischen „Schmerz ist Schmerz“-Konzept ab und erkennen, dass die Schmerzverarbeitung im Körper unterschie


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