Gestresst, fordernd, allein gelassen…

Stimmungstief der Mütter fühlen sich grauenhaft an.

Es ist kaum noch zu ertragen, wenn jemand den eigenen Umgang mit dem Kind kritisiert oder auch noch felsenfest einer anderen Meinung ist. Immer häufiger kommt das Gefühl, dass die nahestehenden Menschen – die eigenen Eltern, Partner, enge Freunde – sich plötzlich gewandelt haben. Es scheint manchmal als hätten sie sich von der neuen, äußerst unangenehmen Seite gezeigt.

Das Schlimme an so einem Stimmungstief ist: Die Frau verschließt sich immer mehr und bleibt mit ihrer Erschöpfung allein.

Man sieht sich im Hamsterrad und kaum noch untersützt. Das richtige, Essen, Schlafen, Sprechen, Laufen des Kindes sind die Hauptquellen einer gewissen Zufriedenheit, doch  selbst diese ist mit Sorgen gemischt. Stille und tiefe ausgelassene Freude werden kaum noch erlebt. Im Alltag stellt sich ein gewisser Tunnelblick ein. Nimmt jemand das Kind für eine Weile ab, so fühlt die Frau plötzlich die Leere und weiß nichts mit sich anzufangen. Oft wirken solche Pausen nicht mal erholsam.

Es erinnert an die Stimmung bei Ntgleisen der Cortisolkurve

Sie leben wie im Hamsterrad? Es kann am Cortisol liegen.

Stimmungstiefs der Mütter sind keine seltenen, zufälligen Entgleisungen. Sie kommen häufig vor.

Die Stimmungstiefs nach der Geburt werden oft als Folge der Überforderung, mangelnder Erfahrung oder ähnlichem gesehen. Das ist falsch. Sie werden durch Hormone ausgelöst, sind Körper verankert und kommen in allen Kulturen vor. Leider hat unsere Gesellschaft bisher keinen guten Weg gefunden, damit umzugehen. Darüber habe ich schon in meinem letzten Beitrag gesprochen.

Leider bleiben junge Mütter mit solchen Stimmungstiefs allein gelassen.

Die Ausprägung und die Form der Stimmungstiefs kann natürlich sehr unterschiedlich sein. Wenn die Symptome stark ausgeprägt sind und mehr an die „klassische Depression“ erinnern, die Frau also immer wieder weint, kraftlos ist und nichts mehr auf die Reihe bekommt, so wird das Problem oft erkannt. Die Familienangehörigen, Freunde und die Frau selbst setzen sich bereitwilliger für professionelle Hilfe ein. Wenn die Symptome nicht so eindeutig sind, werden sie oft als „Gezicke“ oder „Überforderung“ abgetan. In solchen Fällen wundern sich junge Mütter oft selbst über die eigenen Reaktionen und schämen sich dafür.

 

Denndie Symptome sind paradox und wirken nicht gerade wie ein Hilfeschrei.

Wie bei der klassischen Depression, steht auch steht der Verlust der Freude und ständige innere Unzufriedenheit im Hintergrund. Diese sitzen im Körper und werden, wie schon erwähnt, durch die Hormonumstellung ausgelöst. Anstelle der Antriebslosigkeit kommt aber ständige Unruhe und die innere Anspannung. Für die Betroffenen ist es schwer, loszulassen und durchzuatmen. Stattdessen werden sie von dem Bedürfnis getrieben, ständig etwas zu verbessern, alles zu kontrollieren, dem unerreichbaren Optimum hinterherzujagen. Sie fühlen sich oft verlassen, ausgeschlossen und auf sich allein gestellt. Auch das ist zum Teil hormonell bedingt.

Die Angehörigen könnten es gut abfangen, wenn sie nur verstehen würden, was hier vor sich geht.

Meistens ist es aber nicht der Fall. Die Anspannung und verdeckte Niedergeschlagenheit der jungen Mutter wird als ständige Unzufriedenheit oder auch Undankbarkeit, die nach einer Weile immer mehr belasten. Dazu kommen noch eigene enttäuschte Erwartungen daran, wie die Familie mit einem neuen Baby funktionieren könnte. Die Spannung wächst. Die Schlinge des Stimmungstiefs zieht sich immer enger.

Man fragt sich natürlich, was die Lösung bei so einem Stimmungstief wäre.

Diese ist genau so wie bei vielen anderen Problemen, die im Zusammenspiel des Körpers und der Emotionen entstehen.
Der erste Schritt ist, das Problem zu erkennen, die eigenen Reaktionen genauer zu fühlen und zu verstehen.
Der zweite Schritt ist, sich um sich selbst und den eigenen Körper zu kümmern, anstatt die ganze Energie in das Perfektionieren der eigenen Umstände zu stecken.
Außerdem ist es wichtig, den Nahestehenden zu erklären, was vor sich geht und zusammen an den Lösungen zu arbeiten.

Soll ich noch mehr zum Thema erzählen?

Sind noch Fragen offen geblieben? Man könnte an sich noch genauer erklären, wie man genauer zwischen der natürlichen Müdigkeit und dem richtigen Stimmungstief unterscheiden kann. Wir könnten auch darüber sprechen, wie die Nahestehenden einer erschöpften Mutter bei einem Stimmungstief helfen können oder wie sich die Mutter selbst helfen kann.
Wenn ihr dazu mehr lesen wollt, meldet euch ruhig in den Kommentaren, zum Beispiel bei Facebook oder Twitter. Ich werde dann zeitnah noch etwas mehr dazu schreiben.

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